Betriebsart
Laden mit dem Strom, der sonst ins Netz geht
Zwischen dem, was eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet, und dem, was es für eine eingespeiste gibt, liegt der ganze Sinn des Überschussladens. Damit es funktioniert, muss jemand im Sekundentakt wissen, wie viel gerade übrig ist — und die Ladeleistung genau darauf nachführen.
Die Untergrenze, die niemand erwähnt
Ein Elektroauto lässt sich nicht beliebig langsam laden. Der Ladestandard kennt als kleinste Stufe rund 6 Ampere — einphasig also etwa 1,4 kW, dreiphasig etwa 4,2 kW. Wer eine 4-kWp-Anlage hat und im März um neun Uhr morgens 800 Watt übrig, kann davon nichts ins Auto bringen: Unterhalb der Stufe gibt es kein „ein bisschen laden", es gibt nur an oder aus.
Daraus folgt alles Weitere. Eine Steuerung, die etwas taugt, muss deshalb nicht nur nachführen, sondern auch entscheiden dürfen: warten, bis genug zusammenkommt, eine kleine Menge aus dem Netz dazunehmen, oder auf eine Phase herunterschalten, um die Untergrenze zu senken.
- Kleinste Stufe
- ca. 6 A
- Einphasig ab
- ca. 1,4 kW
- Dreiphasig ab
- ca. 4,2 kW
- Messpunkt
- Netzanschluss
- Wechselrichter
- über Modbus TCP eingebunden
- Regelgruppe
- Ladepunkte, Wärmepumpe, Speicher
Drei Ladeprioritäten
Nur Sonne, oder morgen früh voll?
Überschussladen ist kein Schalter, sondern eine Abwägung zwischen Preis und Termin. Bei aCharge wird sie je Zugangsmedium gesetzt — die Person, die morgen zum Kunden fährt, kann eine andere Priorität haben als die, deren Auto bis Montag steht, an derselben Wallbox.
Nur Solar
Es wird ausschließlich geladen, wenn genug Überschuss da ist. Kein Netzbezug, keine Garantie über den Ladestand — die günstigste und die geduldigste Einstellung.
Normal
Überschuss zuerst, Netz wenn nötig. Die Einstellung für den Alltag: Sonne wird mitgenommen, aber das Auto steht morgens nicht leer da.
Maximal
So schnell, wie der Anschluss es hergibt, unabhängig von der Sonne. Für den Fall, dass in zwei Stunden eine Fahrt ansteht.
Aus der Praxis
Woran Überschussladen scheitert
Vier Fälle, in denen die Anlage vollständig ist und trotzdem Netzstrom im Auto landet.
Gemessen wird der Wechselrichter
Dann sieht die Steuerung Erzeugung statt Überschuss und lädt mit, sobald im Haus jemand kocht oder die Wärmepumpe anspringt. Der Messpunkt gehört an den Netzanschluss, sonst stimmt die Rechnung nie.
Der Hausspeicher ist schneller
Speicher und Wallbox greifen unabhängig voneinander zu, der Speicher gewinnt, das Auto bekommt nichts. Beide gehören in dieselbe Regelung mit einer festgelegten Reihenfolge.
Wolken schalten das Laden im Minutentakt
Ohne Hysterese und Mindestlaufzeit startet und stoppt der Ladevorgang ständig — unangenehm für das Fahrzeug und für die Abrechnung. Eine Regelung muss träge sein dürfen.
Die Wallbox kann nicht umschalten
Ein Gerät, das nur dreiphasig kann, braucht rund 4,2 kW Überschuss, bevor überhaupt etwas passiert. An einer kleinen Anlage bleibt es damit die meiste Zeit des Jahres aus.
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