Abrechnung & Eichrecht
Wer geladen hat, was es gekostet hat — und der Nachweis dazu
Sobald nicht mehr alle Fahrzeuge derselben Person gehören, wird aus einer Kilowattstunde eine Forderung. Sie muss gemessen, jemandem zugeordnet, in Rechnung gestellt und Jahre später noch belegbar sein. Genau diese vier Schritte laufen bei aCharge ohne Zutun.
Von der Kilowattstunde zur Rechnung
Die Kette hat vier Glieder, und nur eines davon liegt in der Software. Gemessen und signiert wird in der Ladestation; das Backend nimmt den fertigen Datensatz entgegen, ordnet ihn zu, rechnet ihn ab und hebt ihn auf. Wer die Reihenfolge kennt, weiß auch, warum die Wahl der Hardware über die Abrechenbarkeit entscheidet und nicht die Wahl des Anbieters.
Messen
Die geeichte Messkapsel der Ladestation zählt, was tatsächlich geflossen ist — unabhängig davon, was das Fahrzeug meldet.
Signieren
Anfangs- und Endzählerstand werden mit Zeitstempel und Vorgangskennung zusammen signiert, im OCMF-Format. Danach ist die Zahl unveränderbar.
Zuordnen
Das Backend hängt den Datensatz an das Zugangsmedium, das den Vorgang gestartet hat — Karte, App oder Ad-hoc-Zugang.
Abrechnen
Tarif anwenden, Rechnung erzeugen, Betrag einziehen, Beleg archivieren. Ab hier ist es Buchhaltung, keine Messtechnik mehr.
Eichrecht
Warum eichrechtskonform kein Gütesiegel ist
Es ist eine Pflicht. Wer Energie nach Menge verkauft, unterliegt dem Mess- und Eichrecht — bei Ladestrom genauso wie an der Zapfsäule. Der Kunde muss die Abrechnung nachvollziehen können, ohne Ihnen glauben zu müssen, und die Aufsichtsbehörde muss sie prüfen können, ohne dabei auf Ihre Systeme angewiesen zu sein. Daraus folgen vier praktische Anforderungen.
Geeicht messen
Die Messkapsel der Ladestation muss für den Zweck zugelassen und gültig geeicht sein. Das ist eine Eigenschaft der Hardware — keine Software kann sie nachrüsten, und kein Anbieter kann sie zusichern, ohne das konkrete Modell zu kennen.
Unverändert übertragen
Zwischen Messung und Rechnung darf niemand die Zahl anfassen können, auch wir nicht. Deshalb wird der signierte Datensatz weitergereicht und nicht neu berechnet.
Prüfbar ausliefern
Zum Beleg gehört der signierte Datensatz. Der Kunde kann ihn mit frei verfügbarer Transparenzsoftware gegen den öffentlichen Schlüssel der Station prüfen — ohne Zugang zu unserem System und ohne unser Zutun.
Aufbewahren
Belege müssen über Jahre verfügbar bleiben, auch wenn die Ladestation längst getauscht, der Tarif geändert oder der Nutzer gelöscht wurde. Die Archivierung hängt deshalb am Vorgang, nicht am Gerät.
Was daraus für Ihre konkrete Anlage folgt — welches Gerät, welcher Nachweis, welche Unterlagen die zuständige Eichbehörde sehen will — hängt vom Standort und vom Aufbau ab. Das klären wir im Projekt, nicht auf einer Website.
Konstellationen
Wer rechnet hier eigentlich mit wem ab?
Vier Fälle, die technisch dasselbe messen und kaufmännisch nichts miteinander zu tun haben. Die meisten Anlagen haben zwei davon gleichzeitig.
Arbeitgeber und Mitarbeitende
Firmenparkplatz, Dienstwagen, Wallbox zu Hause
Drei Töpfe, die sauber getrennt bleiben müssen: privat geladener Strom, dienstlich geladener Strom und Gästeladen. Über das Zugangsmedium ist jeder Vorgang eindeutig einem davon zugeordnet — auch dann, wenn dieselbe Person an derselben Wallbox mal das eine und mal das andere tut.
Eigentümergemeinschaft und Parteien
Mehrfamilienhaus, Tiefgarage, Wohnanlage
Der Anschluss gehört allen, der Ladevorgang einem. Jede Partei bekommt ihre eigene Abrechnung, die Gemeinschaft keine Sammelposition zum Aufteilen — das ist der Unterschied zwischen einer Anlage, die läuft, und einer, die jedes Jahr in der Eigentümerversammlung landet.
Betreiber und Fahrende
Öffentlich zugängliche Punkte, Ladepark, Kundenparkplatz
Hier zahlen Menschen, die keinen Vertrag mit Ihnen haben. Das heißt Ad-hoc-Laden per QR-Code ohne Registrierung, Kartenzahlung — und Roaming über OICP und OCPI, damit auch die Ladekarte eines fremden Anbieters an Ihrem Standort funktioniert und der Umsatz trotzdem bei Ihnen ankommt.
Flotte und Kostenstelle
Depot, Nutzfahrzeuge, Poolfahrzeuge
Nicht jede Abrechnung endet in einer Rechnung. Oft soll sie nur sauber auf Fahrzeug, Kostenstelle oder Projekt umgelegt werden — als Export in die Buchhaltung statt als Forderung an einen Dritten. Dieselben Datensätze, anderer Empfänger.
Arbeitgeber und Mitarbeitende
Wallbox, Mitarbeitende und die Abrechnung dazwischen
Kaum ein Fall ist so verbreitet und so oft von Hand gelöst wie dieser: Ein Dienstwagen lädt mal auf dem Firmenparkplatz, mal in der heimischen Garage, gelegentlich unterwegs. Drei Orte, drei Zahler, ein Fahrzeug. Wer das mit Excel und Tankquittungen abbildet, verbringt jeden Monat einen Tag damit — und hat am Ende trotzdem nichts, was einer Prüfung standhält.
Am Firmenparkplatz
Der Arbeitgeber zahlt den Strom. Getrennt erfasst wird trotzdem, wer geladen hat — Dienstwagen, Privatwagen der Belegschaft und Gäste haben je eigene Regeln und eigene Tarife.
An der heimischen Wallbox
Der Haushalt zahlt den Strom, der Arbeitgeber erstattet den dienstlichen Anteil. Die Wallbox wird eingebunden, dienstliche Ladevorgänge werden über das Zugangsmedium getrennt erfasst und monatlich als Aufstellung übergeben.
Unterwegs
Fremde Ladepunkte laufen über die Ladekarte und kommen über das Roaming in dieselbe Aufstellung — sonst fehlt genau der Teil, den niemand freiwillig von Hand nachträgt.
Am Ende des Monats steht eine Aufstellung je Fahrzeug und je Person: wie viele Kilowattstunden wo geladen wurden, was davon dienstlich war und welcher Betrag zu erstatten ist. Was daraus steuerlich folgt — Pauschale oder Einzelnachweis — entscheidet Ihre Lohnbuchhaltung; unsere Aufgabe ist, dass die Zahlen dafür belastbar sind und nicht geschätzt werden müssen.
Im Betrieb
Was danach von selbst passiert
- Messwerte
- eichrechtskonform, OCMF-signiert
- Zuordnung
- je Zugangsmedium
- Tarife
- je Nutzergruppe, Standort, Zeitfenster
- Rechnung
- automatisch, unter eigener Marke
- Zahlungseinzug
- SEPA-Lastschrift und Karte
- Ad-hoc-Laden
- QR-Code, ohne Registrierung
- Roaming
- OICP 2.3 · OCPI 2.2.1
- Export
- je Kostenstelle und Fahrzeug
- Archiv
- Beleg samt signiertem Datensatz
Weiter
Je nachdem, woran es gerade hängt
Häufige Fragen