Für Betreiber und Installateure
OCPP-Backend für Wallboxen und Ladestationen
Wallboxen und Ladesäulen anbinden, unabhängig vom Hersteller: OCPP 1.6, 1.6 Security und 2.0.1 über WebSocket. Darauf Zugänge, Tarife, eichrechtskonforme Abrechnung und Roaming — als Plattform, die Sie unter eigener Marke betreiben können.
Was angebunden wird, und womit
Ein OCPP-Backend ist die Gegenstelle, mit der eine Ladestation spricht — in der Spezifikation selbst heißt sie CSMS (Charging Station Management System), seit OCPP 2.0.1; in Dokumenten zu OCPP 1.6 finden Sie stattdessen Central System. Die Station baut die Verbindung selbst auf, meldet Zustand und Messwerte und nimmt Befehle entgegen — Freigabe, Sperrung, Leistungsvorgabe, Entriegelung. Weil OCPP ein offener Standard ist, kann dieselbe Software Ladepunkte unterschiedlicher Hersteller betreiben.
- OCPP-Versionen
- 1.6 · 1.6 Security · 2.0.1
- Transport
- WebSocket, TLS
- Hersteller
- herstellerübergreifend, gemischt
- Ladeinfrastruktur
- Wallboxen und Ladesäulen, AC und DC
- Roaming
- OICP 2.3 · OCPI 2.2.1
- Abrechnung
- eichrechtskonform, OCMF
- Zahlungseinzug
- SEPA und Karte
- Ad-hoc-Laden
- QR-Code, ohne Registrierung
- Skalierung
- bis hunderttausende Ladepunkte
Abgrenzung
Wann eine Wallbox ein Backend braucht
Nicht jede Wallbox braucht eines. Solange eine Person ihr eigenes Auto an ihrem eigenen Anschluss lädt, gibt es nichts zuzuordnen und nichts abzurechnen — dann ist ein Backend Aufwand ohne Gegenwert. Notwendig wird es in dem Moment, in dem jemand anderes lädt und das nachweisbar zugeordnet werden muss.
Eine Wallbox, eine Person
Zu Hause am eigenen Zähler: die Station gibt frei, der Strom läuft über die Hausrechnung. Wenn der Anschluss knapp wird, brauchen Sie Lastmanagement — ein Backend deswegen nicht.
Mehrere Nutzer an einer Anlage
Mitarbeitende, Mietparteien oder Flottenfahrzeuge an denselben Ladepunkten: Jeder Vorgang muss einem Zugangsmedium zugeordnet, freigegeben und abgerechnet werden. Das ist die Aufgabe, für die es das Backend gibt.
Ladestrom gegen Entgelt
Sobald Geld fließt, gilt das Mess- und Eichrecht: signierte Messwerte, nachvollziehbare Belege, Aufbewahrung. Das lässt sich in der Wallbox allein nicht erfüllen, weil die Nachweiskette über den Ladevorgang hinausreicht.
Öffentlich zugänglich
Ad-hoc-Laden per QR-Code ohne Registrierung und Roaming für fremde Ladekarten laufen beide über das Backend — die Station kennt weder Tarife noch fremde Vertragspartner.
Sie haben Wallboxen im Bestand und nur das Backend soll wechseln? Die Hardware bleibt, wo sie ist — was ein Backend-Wechsel bedeutet.
Plattform
Unter Ihrer Marke, nicht unter unserer
Für Stadtwerke, Energieversorger und Betreibergesellschaften ist die Anbindung selten die Frage — die Frage ist, wessen Name auf dem Portal, in der App und auf der Rechnung steht. Bei aCharge steht dort Ihrer.
Eigenes Portal
Betreiber- und Kundenportal in Ihrem Erscheinungsbild, unter Ihrer Domain.
Eigene Tarife
Preismodelle je Nutzergruppe, Standort und Zeitfenster — von Ihnen gepflegt.
Eigene Abrechnung
Rechnungen im eigenen Namen, inklusive Einzug. aCharge erscheint gegenüber Ihren Kunden nicht.
Fremde Ladekarten
Roaming über Hubject und OCPI, damit auch Karten anderer Anbieter an Ihren Standorten funktionieren.
Betrieb in Deutschland
Entwicklung in Aachen, Betrieb in deutschen Rechenzentren.
Mandantenfähig
Mehrere Betreiber, Liegenschaften oder Tochtergesellschaften getrennt in einer Installation.
Aus der Praxis
Was beim Anbinden schiefgeht
Fünf Fälle, die zusammen den größten Teil der Anbindungsprobleme ausmachen. Keiner davon ist ein Protokollfehler — es sind Konfigurations- und Erwartungsfehler.
Die Station verbindet, taucht aber nicht auf
Fast immer stimmt die im Ladepunkt hinterlegte Identität nicht mit der im Backend erwarteten überein. Die Verbindung steht dann auf TCP-Ebene, wird aber keiner Installation zugeordnet. Prüfen Sie die ChargePointId — Groß- und Kleinschreibung eingeschlossen.
Verbindung bricht regelmäßig ab
Typisch bei Mobilfunkanbindung mit NAT-Timeout: Die Gegenstelle hält die Verbindung länger für offen, als das Netz sie durchlässt. Ein kürzeres WebSocket-Ping-Intervall in der Station löst das in den meisten Fällen.
TLS schlägt fehl
Bei OCPP 1.6 Security stolpern ältere Firmwares über fehlende Zwischenzertifikate oder eine falsch gestellte Uhr in der Ladestation — ein abgelaufenes Zertifikat ist es selten, eine um Jahre falsche Systemzeit oft.
Messwerte fehlen in der Abrechnung
Die Station sendet MeterValues nicht oder zu selten. Für eichrechtskonforme Abrechnung reicht ein Start- und Endwert nicht in jedem Fall — das Intervall gehört in die Konfiguration, nicht in die Hoffnung.
Kabel bleibt nach dem Laden verriegelt
Meist beendet die Station den Vorgang lokal, das Backend erfährt es aber nicht und hält die Transaktion offen. Eine Fernentriegelung hilft sofort; dauerhaft hilft, dass beide Seiten dieselbe Vorstellung vom Transaktionsende haben.
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Häufige Fragen