Anbieterwechsel
Backend wechseln, Ladepunkte behalten
Wird ein Backend abgeschaltet oder passt es nicht mehr, ist die Ladestation selten das Problem. Ladepunkte, die OCPP sprechen, lassen sich auf ein anderes System umkonfigurieren — in aller Regel ohne neue Hardware und ohne Techniker vor Ort.
Der erste Schritt
Fünf Angaben, und die Frage ist beantwortet
Ob sich Ihr Bestand anbinden lässt, ist keine Verhandlungssache, sondern eine technische Frage mit einer eindeutigen Antwort. Diese fünf Angaben genügen, um sie zu beantworten — ohne Vor-Ort-Termin und ohne dass Ihnen jemand vorher eine neue Wallbox anbietet.
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1
Hersteller und Typ
Die Modellbezeichnung vom Typenschild, nicht die Produktfamilie aus dem Prospekt.
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2
Firmware-Version
Steht in der Weboberfläche der Station. Sie entscheidet darüber, welches OCPP tatsächlich gesprochen wird — nicht das Datenblatt.
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3
Zugang zur Konfiguration
Haben Sie die Zugangsdaten zur Weboberfläche? Das ist die eigentliche Hürde eines Wechsels, nicht das Protokoll.
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4
Anzahl der Ladepunkte
Und ob sie an einem Standort stehen oder verteilt. Das bestimmt die Reihenfolge, nicht die Machbarkeit.
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5
Art der Anbindung
LAN, WLAN oder Mobilfunk. Bei Mobilfunk gehört die SIM-Karte häufig dem alten Anbieter und wird mit dem Vertrag abgeschaltet.
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Alles beisammen? Dann steht die Antwort meist noch am selben Tag.
Angaben senden
Ausgangslage
Wo Sie gerade herkommen
Die Ausgangslage bestimmt nicht, ob ein Wechsel geht — das entscheidet die Firmware. Sie bestimmt, womit die Prüfung anfängt.
| Bisheriges System | Typischerweise verbaut | Womit die Prüfung anfängt |
|---|---|---|
| EVBox / Everon | EVBox Elvi, BusinessLine | Everon wurde zum 1. Dezember 2025 abgeschaltet. Die Ladepunkte sind davon nicht beschädigt — geprüft wird der Firmware-Stand und ob die Konfigurationsoberfläche erreichbar ist. |
| reev | meist ABL | Bundles aus Hardware und Software. Die verbaute Ladestation spricht in aller Regel OCPP; zu klären ist vor allem, wer die Zugangsdaten zur Station hat. |
| E.ON Drive | häufig Alfen, Compleo | Ebenfalls als Paket verkauft. Alfen und Compleo sprechen OCPP; die Frage ist der Firmware-Stand und ob eine anbietereigene SIM-Karte im Gerät steckt. |
| Herstellerportal | Wallbox-Hersteller mit eigener Cloud | Funktioniert, solange es das Portal gibt und Sie nur diesen einen Hersteller betreiben. Sobald ein zweites Fabrikat dazukommt, brauchen Sie ohnehin ein herstellerunabhängiges Backend. |
| Kein Backend | Standalone-Betrieb, RFID-Liste im Gerät | Kein Wechsel, sondern eine Erstanbindung — technisch der einfachere Fall. Geprüft wird, ob die Station OCPP überhaupt aktiviert hat. |
Angaben zu Dritten nach öffentlich zugänglichen Quellen. Welche Hardware in Ihrem Fall tatsächlich verbaut ist und welchen Firmware-Stand sie hat, lässt sich nur am Gerät feststellen — deshalb die Prüfung.
Ablauf
Sechs Schritte, in dieser Reihenfolge
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Schritt zwei und drei sind die, die nach der Abschaltung des alten Systems nicht mehr nachholbar sind.
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1
Bestand aufnehmen
Hersteller, Typ, Firmware und Anbindung je Ladepunkt. Eine Tabelle reicht; sie ist später auch die Grundlage der Umstellungsplanung.
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2
Zugänge sichern
Zugangsdaten zur Weboberfläche jeder Station beschaffen und dokumentieren. Der Schritt mit der längsten Vorlaufzeit — und der einzige, den niemand für Sie beschleunigen kann.
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3
Daten exportieren
Ladevorgänge, Belege, Nutzer- und Kartenliste, Tarife, Stammdaten. Solange das alte Konto offen ist. Danach ist die Historie weg, die Aufbewahrungspflicht aber nicht.
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4
Einen Ladepunkt testweise umstellen
Endpoint-URL eintragen, Station neu starten, Freigabe im Portal, ein vollständiger Ladevorgang mit Messwerten und Beleg. Erst wenn dieser eine sauber durchläuft, folgt der Rest.
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5
Restliche Ladepunkte umstellen
Standort für Standort, in einem Zeitfenster ohne Betrieb. Die Unterbrechung je Ladepunkt ist im Wesentlichen ein Neustart.
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6
Nutzer, Tarife und Abrechnung scharf schalten
Karten zuordnen, Preise setzen, Rechnungslauf und gegebenenfalls Roaming aktivieren. Legen Sie den Stichtag nicht auf einen Abrechnungstermin.
Warum ein Backend überhaupt verschwindet, was ein Wechsel auf Protokollebene ist und welche Frist 2028 für ältere Mobilfunk-Ladepunkte gilt: der ausführliche Beitrag.
Danach
Was nach der Umstellung da ist
Die aCharge Cloud ist kein reines Ersatzteil für das abgeschaltete System — sie ist der Anlass, die Punkte mitzunehmen, die vorher gefehlt haben.
Herstellerübergreifend
OCPP 1.6, 1.6 Security und 2.0.1 über WebSocket, AC und DC, gemischte Fabrikate in einer Installation.
Eichrechtskonforme Abrechnung
Signierte Datensätze, OCMF, automatischer Rechnungslauf mit SEPA- oder Karteneinzug.
Zugänge und Tarife
RFID-Karten, Nutzergruppen, Preise je Standort und Zeitfenster, Gutscheine, Ad-hoc-Laden per QR-Code ohne Registrierung.
Roaming
Hubject (OICP 2.3) und OCPI 2.2.1 mit automatisierter Auszahlung, damit fremde Ladekarten an Ihren Standorten funktionieren.
Unter Ihrer Marke
Portal, App und Rechnung im eigenen Namen. Ihre Endkunden bemerken einen Wechsel im Hintergrund nicht.
Betrieb in Deutschland
Entwicklung in Aachen, Betrieb in deutschen Rechenzentren, deutschsprachiger Support.
Weiter
Je nachdem, was Sie gerade klären
Häufige Fragen